Rotlichttherapie versus Solarium: Was ist der Unterschied?
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Aus der Entfernung wirken sie ähnlich: Sie betreten eine Kabine oder stellen sich vor ein Panel, das Licht geht an, und nach einer Viertelstunde kommen Sie wieder heraus. Dennoch ist der Vergleich zwischen Rotlichttherapie und Solarium ungefähr so sinnvoll, wie einen Ofen neben einen Kühlschrank zu stellen, nur weil beide eine Tür haben. Der Unterschied liegt nicht in der Form des Geräts, sondern in der Wellenlänge – und diese bestimmt, ob das Licht Ihre Haut aufbaut oder abbaut. Im Folgenden erfahren Sie, worin dieser Unterschied genau besteht, warum rotes Licht nicht bräunt und ob es Ihnen nach einem Tag in der Sonne noch etwas bringt.
Warum Menschen sie verwechseln
Die Verwechslung ist verständlich. Bei beiden geht es um Licht auf unbedeckter Haut, beide arbeiten mit Sitzungen von einer Viertelstunde, und beide befinden sich in einem Raum voller Lampen. Außerdem wird die Rotlichttherapie in der Fachsprache Photobiomodulation oder LED-Therapie genannt, und das Wort „Therapie“ verstärkt den Eindruck, dass es sich um Varianten derselben Sache handelt.
Das ist nicht der Fall. Das sichtbare Spektrum reicht von Violett bis Rot. Direkt hinter Violett liegt UV-Strahlung: kurzwellig und energiereich. Direkt hinter Rot liegt Nahinfrarot: langwellig und energiearm. Ein Solarium arbeitet auf der energiereichen Seite, die Rotlichttherapie auf der sanfteren. Sie befinden sich an entgegengesetzten Enden.
Rotlichttherapie vs. Solarium: der Vergleich
Kurz gesagt: Ein Solarium sendet UVA und UVB aus und bräunt die Haut durch Pigmentbildung – mit bekannten langfristigen Schäden. Die Rotlichttherapie arbeitet mit 660 nm und Nahinfrarot von 830 bis 850 nm, enthält kein UV, macht nicht braun und regt stattdessen die Kollagenproduktion an. Der Unterschied zwischen Solarium und LED ist also keine Abstufung, sondern ein Gegensatz.
| Merkmal | Solarium | Rotes Licht und Nahinfrarot |
|---|---|---|
| Wellenlänge | UVA etwa 315 bis 400 nm, UVB etwa 280 bis 315 nm | 660 nm (rot) und 830 bis 850 nm (Nahinfrarot) |
| Enthält UV-Strahlung | Ja, das ist das Wirkprinzip | Nein, keinerlei UV-Komponente |
| Eindringtiefe | UVB dringt nahezu ausschließlich in die Oberhaut ein, UVA bis in die obere Lederhaut | 660 nm: 5 bis 10 mm. 830 bis 850 nm: 4 bis 5 cm |
| Auswirkungen auf die Haut | Regt Melanozyten zur Pigmentbildung an und löst eine Stressreaktion in der Haut aus | Wird von den Mitochondrien aufgenommen und erhöht die ATP-Produktion in den Hautzellen |
| Auswirkung auf Kollagen | UVA baut Kollagen und Elastin über Enzyme ab | In Studien wurde eine stärkere Kollagenproduktion durch Fibroblasten festgestellt |
| Langfristige Hautschäden | Anerkanntes Risiko für vorzeitige Hautalterung, Pigmentflecken und Hautkrebs | Bei normaler Anwendung gibt es keine Hinweise auf kumulative Hautschäden |
| Bräunung | Ja, das ist das Ziel | Nein, und genau das ist der Punkt |
| Sitzungsdauer | In der Regel von einigen Minuten bis zu einer Viertelstunde gesteigert, mit vorgeschriebenen Ruhetagen | 10 bis 15 Minuten pro Bereich, in der ersten Woche 5 bis 7 Minuten, 5 bis 6 Mal pro Woche |
| Augenschutz | Vorgeschrieben, UV-Strahlung schädigt Hornhaut und Linse | Nicht unbedingt erforderlich, eine Brille wird jedoch mitgeliefert |
Was UV-Strahlung mit der Haut macht
UV-Strahlung ist energiereich genug, um direkt in die DNA der Hautzellen einzugreifen. UVB wird fast vollständig in der Oberhaut absorbiert und verursacht dort den Sonnenbrand, den Sie als Rötung sehen. UVA dringt tiefer ein, bis in die oberen Schichten der Lederhaut – und genau dort liegt das Problem.
In der Lederhaut befinden sich die Fibroblasten, die Zellen, die Kollagen und Elastin bilden. UVA aktiviert Enzyme, die genau dieses Kollagen abbauen, und schädigt die Fasern, die der Haut Festigkeit verleihen. Das Ergebnis wird langfristig als Photoalterung bezeichnet: lederartige Hautstruktur, Verlust der Elastizität, Pigmentflecken und feine Linien. UV gilt außerdem als erwiesener Risikofaktor für Hautkrebs, auch wenn die Strahlung von einem Gerät stammt.
Die Bräunung selbst ist eine Schutzreaktion. Melanozyten bilden Pigmente, weil die Haut signalisiert, dass ein Schaden droht. Eine Bräune ist biologisch gesehen also der sichtbare Beweis dafür, dass die Haut etwas verarbeiten musste.
Was rotes Licht und nahes Infrarotlicht mit der Haut machen
Rotes Licht mit 660 nm und nahes Infrarotlicht mit 830 bis 850 nm setzen an einer anderen Stelle an. Sie werden von der Cytochrom-c-Oxidase aufgenommen, einem Enzym in der Elektronentransportkette der Mitochondrien. Bei der Bestrahlung wird Stickstoffmonoxid freigesetzt, die ATP-Produktion beschleunigt sich und kurze Impulse reaktiver Sauerstoffspezies wirken als Reparatursignal. Dieser Prozess wird Photobiomodulation genannt und wurde unter anderem an der Harvard Medical School und bei der NASA untersucht. Auf der Übersichtsseite wie rotes und nahes Infrarotlicht wirkt wird er Schritt für Schritt erklärt.
Für die Haut bedeutet das das Gegenteil von UVA. Fibroblasten erhalten mehr Energie für ihre Arbeit: In Studien mit Hautbiopsien wurde nach 8 bis 12 Wochen täglicher Anwendung eine um 25 bis 35 % höhere Kollagenproduktion festgestellt. Das ist relevant, weil der Kollagenvorrat ab etwa 25 Jahren um ungefähr 1 % pro Jahr abnimmt und in den ersten fünf Jahren nach der Menopause um bis zu 30 % zurückgehen kann. Mehr dazu steht im Artikel über Rotlichttherapie für die Haut und bei entzündeter Haut im Beitrag über Rotlichttherapie bei Akne.
Ehrlich gesagt: Rotlicht wirkt nicht wie ein Schalter, sondern baut sich auf. In den ersten zwei bis vier Wochen baut der Körper Kapazitäten auf, danach stellt sich das Ergebnis ein. Wer nach drei Wochen aufhört, behält nichts davon. Für die Haut gilt: In Woche 1 bis 3 ist nichts sichtbar, in Woche 4 bis 6 wird die Hautstruktur feiner, in Woche 8 bis 12 sind sichtbare Veränderungen erkennbar, und erst nach etwa sechs Monaten zeigt sich eine Wirkung auf Narben und Pigmentierung.

Rotlichttherapie vs. Solarium: Warum Rotlicht nicht bräunt
Das ist die am häufigsten gestellte Frage bei diesem Vergleich, und die Antwort ist nüchtern: Nein, davon werden Sie nicht braun. Rotlicht enthält keine UV-Strahlung, daher erhalten die Melanozyten keinen Reiz zur Pigmentbildung. Manche Menschen sehen direkt nach einer Sitzung leicht gerötet aus, doch das liegt an der besseren Durchblutung und ist keine Bräune; die Rötung verschwindet innerhalb einer halben Stunde.
Für alle, die eine Bräune suchen, ist Rotlicht also keine Alternative. Wer hingegen etwas für die Hautqualität tun möchte, hat genau darin den Grund, sich dafür zu entscheiden: die aufbauende Wirkung von Licht ohne die schädigende. Dadurch eignet es sich auch für Menschen mit heller Haut, vielen Pigmentflecken oder einem Grund, UV-Strahlung zu meiden. Wenn Sie Medikamente einnehmen, die die Haut lichtempfindlicher machen, sprechen Sie trotzdem vorher mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Bildet Rotlicht Vitamin D?
Nein. Die Vitamin-D-Bildung in der Haut erfordert spezifisch UVB-Strahlung im Bereich von etwa 290 bis 315 nm. Rotlicht und Nahinfrarot liegen davon Hunderte Nanometer entfernt und können diese Reaktion nicht auslösen. Wer einen Mangel vermutet, sollte ihn durch eine Blutuntersuchung feststellen lassen und eine Supplementierung oder sichere Sonnenexposition mit dem Hausarzt besprechen.
Das ist eines der wenigen Dinge, die UV-Strahlung bewirkt, Rotlicht jedoch nicht. Gleichzeitig empfehlen Gesundheitsbehörden in der Regel eine Supplementierung statt UV-Strahlung: Vitamin D lässt sich anderweitig aufnehmen, die Hautschäden durch UV-Strahlung lassen sich nicht rückgängig machen.
Rotlicht nach dem Solarium oder nach einem Tag in der Sonne
Das ist möglich, und viele Menschen tun es gerade deshalb. Rotlicht und Nahinfrarot setzen an den Regenerationsprozessen an: Die Mikrozirkulation verbessert sich, und Makrophagen wechseln von einem proinflammatorischen in einen regenerativen Zustand. Nutzer berichten, dass sich erhitzte, gespannte Haut nach einer Sitzung beruhigter anfühlt. Einige praktische Hinweise:
- Warten Sie bei einem Sonnenbrand, bis die akute Rötung und Wärme abgeklungen sind. Bestrahlen Sie keine offenen Blasen.
- Halten Sie die ersten Sitzungen kurz: 5 bis 7 Minuten bei einem Abstand von 30 cm.
- Verwenden Sie das Gerät auf sauberer, trockener Haut, während der Sitzung ohne After-Sun-Produkte oder Öl. Pflegeprodukte können Sie anschließend auftragen.
- Betrachten Sie dies nicht als Erlaubnis, häufiger unter die UV-Strahlung zu gehen.
Letzteres verdient besondere Betonung. Es gibt keine Untersuchung, die belegt, dass rotes Licht UV-Schäden rückgängig macht. Die Forschung legt vielmehr nahe, dass Reparaturprozesse im Gewebe unterstützt werden. Das ist etwas anderes als ein Reset.
Augenschutz: Pflicht oder nicht?
Hier unterscheiden sich die beiden erneut grundlegend. In einem Solarium ist eine UV-Schutzbrille ausnahmslos Pflicht. UV-Strahlung schädigt die Hornhaut und trägt zur Entstehung des Grauen Stars bei, und geschlossene Augenlider halten UV-Strahlung nicht ausreichend ab. Die Brille dient dort nicht dem Komfort, sondern ist notwendig.
Bei der Rotlichttherapie ist das anders. Es gibt weder UV-Strahlung noch Hinweise darauf, dass rotes oder nahinfrarotes Licht bei dieser Intensität die Augen schädigt. Streng genommen ist eine Brille also nicht erforderlich. Allerdings ist es unangenehm: In 15 bis 30 cm Entfernung von einem Panel ist die Lichtintensität hoch, und Sie kneifen automatisch die Augen zusammen. Deshalb wird unseren Panels eine Brille beigelegt. Sie können auch die Augen schließen. Wer an einer Augenerkrankung leidet oder lichtempfindlich machende Medikamente einnimmt, sollte vorher den Augenarzt konsultieren.
Sind Sie unsicher, ob dies zu Ihrer Situation passt, können Sie ein kostenloses 15-minütiges Videogespräch mit einem Spezialisten vereinbaren – ohne Verkaufsgespräch. Hinterlassen Sie unten eine Frage, dann liest immer ein Mensch mit: Kommentare werden innerhalb von 24 Stunden von einem Menschen beantwortet.

Welches Gerät passt zu welchem Ziel?
Wer sich von der Sonnenbank verabschiedet und etwas für die Haut sucht, landet meist bei einem Panel oder einer Maske. Das ATP Pro 700 Rotlichttherapie-Panel ist dabei die vielseitigste Wahl: groß genug für den halben Körper, also Gesicht und Dekolleté, aber ebenso für Rücken, Knie oder Schultern. Geht es Ihnen nur um das Gesicht, ist die Aurora LED-Gesichtsmaske praktischer, da der Abstand automatisch konstant bleibt.
Eine Zahl bestimmt, ob eine Sitzung sinnvoll ist: die Bestrahlungsstärke, also die Leistung, die tatsächlich die Haut erreicht. Für eine klinische Wirkung wird ein Mindestwert von etwa 100 mW/cm² angesetzt. Günstige Geräte erreichen oft 20 bis 30 mW/cm². Panacea-Panels messen kalibriert 130 bis 200 mW/cm² bei 15 cm, mit Dioden, die innerhalb von 5 nm vom Zielwert bleiben. Unterhalb dieser Schwelle können Sie monatelang konsequent bestrahlen, ohne ein Ergebnis zu erzielen. Die wissenschaftliche Grundlage ist auf der Seite zum wissenschaftlichen Forschungsstand zur Rotlichttherapie zusammengefasst.
Wird rotes Licht bei Ihnen eher mit Wärme als mit UV verwechselt, ist der Vergleich mit einer Infrarotsauna mindestens ebenso aufschlussreich: Der Unterschied liegt hier zwischen Wärme und Wellenlänge.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine Rotlichttherapie dasselbe wie ein Solarium
Nein. Ein Solarium arbeitet mit UVA- und UVB-Strahlung, die Pigmente bildet und langfristig Kollagen abbaut. Eine Rotlichttherapie arbeitet mit 660nm sowie Nahinfrarot von 830 bis 850nm – am anderen Ende des sichtbaren Spektrums. Sie enthält keine UV-Strahlung, macht Sie nicht braun und baut Kollagen nicht ab, sondern regt dessen Bildung an.
Werde ich durch eine Rotlichttherapie braun
Nein. Eine Bräunung entsteht, wenn Melanozyten als Reaktion auf UV-Strahlung Pigmente bilden, und rotes Licht enthält keine UV-Strahlung. Unmittelbar nach einer Sitzung kann die Haut durch die verbesserte Durchblutung leicht gerötet sein, doch diese Rötung verschwindet innerhalb einer halben Stunde. Wer eine Bräune sucht, wird sie hier nicht bekommen – und genau das ist bei dieser Art von Licht der Ausgangspunkt.
Erzeugt eine Rotlichttherapie Vitamin D
Nein, dafür ist UVB-Strahlung erforderlich, also Strahlung im Bereich von etwa 290 bis 315nm. Rotes Licht und Nahinfrarot liegen Hunderte Nanometer davon entfernt und können diese Reaktion nicht auslösen. Wenn Sie einen Mangel vermuten, lassen Sie eine Blutuntersuchung durchführen und besprechen Sie eine Supplementierung mit Ihrem Hausarzt. Dies ist einer der wenigen Punkte, bei denen UV etwas bewirkt, was rotes Licht nicht kann.
Kann ich Rotlicht nach dem Solarium oder einem Tag in der Sonne verwenden
Das ist möglich. Rotes und nahinfrarotes Licht unterstützt Regenerationsprozesse im Gewebe: Die Mikrozirkulation verbessert sich und Immunzellen wechseln in einen regenerationsfördernden Modus. Warten Sie bei verbrannter Haut, bis die akute Wärme und Rötung abgeklungen sind, halten Sie die ersten Sitzungen kurz und bestrahlen Sie keine offenen Blasen. UV-Schäden werden dadurch nicht rückgängig gemacht.
Benötige ich bei einer Rotlichttherapie eine Brille
Im Solarium ist eine UV-Schutzbrille vorgeschrieben, weil UV-Strahlung die Hornhaut schädigt. Bei rotem Licht gibt es keine UV-Strahlung, daher ist eine Brille nicht zwingend erforderlich. Aus kurzer Entfernung ist das Licht jedoch hell und unangenehm, deshalb wird eine Brille mitgeliefert. Sie können auch die Augen schließen. Bei einer Augenerkrankung sollten Sie vorher Ihren Augenarzt konsultieren.
Möchten Sie in Ruhe erkunden, was Licht ohne UV für Ihre Haut bewirken kann? Sehen Sie sich das ATP Pro 700 Panel an oder schildern Sie Ihre Situation im kostenlosen Videogespräch. Ist Ihre Frage hier nicht dabei, finden Sie weitere Informationen in den häufig gestellten Fragen.